Sportober: Gleichberechtigung/ Gerechtigkeit im Sport!?

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In diesem Oktober dreht sich alles rund um Sport, getreu dem Motto “Sportober bei CottaConnect”.Dieser Beitrag soll Probleme ansprechen, die der Sport mit sich bringt, von den Abweichungen zwischen den Sportarten über die Streitfragen der Paralympischen Spiele zu geschlechtsspezifischen Unterschieden.

Weil dieses Thema sehr umfangreich ist, habe ich versucht es etwas einzugrenzen. Dabei bin ich auf drei verschiedene Gebiete gestoßen, von denen ich zwei leider nur kurz anschneiden möchte beziehungsweise kann, da dies den Rahmen sprengen würde. Ich hoffe trotzdem, dass alles verständlich ist und wünsche euch viel Spaß beim Lesen 🙂

Paralympics

Im Behindertensport gibt es immer wieder erneute Probleme, die mit der Gerechtigkeit zu tun haben. Die Athleten mit Handicap werden in verschiedene Schadensklassen eingeteilt. Trotzdem müssen zum Beispiel im Weitsprung Oberschenkelamputierte gegen Unterschenkelamputierte springen. Diese Prothesen sind nur schwer miteinander vergleichbar und deswegen haben die Sportler nicht die gleichen Ausgangsbedingungen, was den Wettkampf unfair erscheinen lässt. Leider lässt sich die Einteilung in Schadensklassen auch leicht manipulieren, denn manche dieser Athleten sollen ihre Einschränkungen absichtlich verschlimmern, um bessere Chancen auf Medaillen zu erhalten. Eine Lösung für dieses Klassifizierungsproblem wird immer noch gesucht.

Fußball: Deutschlands Sport Nummer 1

Warum ist unbedingt Fußball der Nummer-1-Sport in Deutschland? Vielleicht liegt es an der “EInfachheit” des Sports, den im Grunde geht es nur darum, den Ball in das Tor des Gegners zu schießen und es gibt nicht “so viele” Regeln wie zum Beispiel im Handball. Egal woran es liegt, sollte es nicht eigentlich nicht so große Abweichungen geben… Wenn wir beispielsweise das Gehalt vergleichen, müssen wir eines feststellen: Der bestbezahlteste Handballer Deutschlands, Uwe Gensheimer, verdient im Monat so viel Geld wie Toni Kroos am Tag. Wenn es nach mir gehen würde, wäre das alles viel besser aufgeteilt und es würde nicht nach der Sportart gehen, sondern nach der Leistung eines Sportlers, also wie gut er ist.

Männer ↔ Frauen

Dass Frauen und Männer nicht in allen Bereichen gleichberechtigt sind, sollte kein großes Geheimnis sein. Immer mehr Menschen setzen sich für das Thema ein und es wird nicht nur für Gleichberechtigung der Geschlechter in der Politik oder in der Arbeitswelt gekämpft, sondern auch zunehmend im Sport. 

Es ist sehr einfach zu beweisen, dass die Frauen im Bezug auf Sport mehr Aufmerksamkeit erhalten sollten: Ihr könnt das ja selbst testen und euch einmal fragen, ob ihr mehr männliche oder weiblichen Sportler*innen, beispielsweise Fußballer*innen, kennt. 

Frauen war es nicht schon immer erlaubt, Sport zu treiben

Im 19. Jahrhundert galt der Frauensport als unangemessen, unästhetisch & vermännlichend angesehen. Zudem wurde es als medizinisch bedenklich eingestuft, da dies angeblich zur mögliche Unfruchtbarkeit führen könne. Damals sollte sich Frauen auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter konzentrieren, anstatt den “für Frauen untypischen” Sport zu betreiben. Jedoch wandelten soziale und ökonomischen Veränderungen das Frauenbild entscheidend und es kam zu vielen Fortschritten:

1900 traten bei den Olympischen Spielen elf Frauen (nur in den Disziplinen Tennis und Golf) und 28 Jahre stieg die Anzahl der Frauen bei Olympia auf 10% der gesamten Sportler. In Tokio 2020 sollen die Hälfte der Teilnehmer weiblich sein, also gleich viel Männer und Frauen, was einen riesigen Schritt in Richtung Gleichberechtigung darstellt. Ein weiteres Ziel, und zwar mehr Mixed-Teamwettbewerbe, wird zudem angestrebt.

Unterschiede in der Bezahlung

Dennoch ist die Bezahlung der Leistungssportler*innen ungerecht, was aber nicht nur im Sportbereich der Fall ist, denn Männer verdienen meistens mehr Geld als Frauen. Ein passendes Beispiel dafür stellen die Gehälter im Fußball dar, denn diese unterscheiden sich in wohl keiner Sportart so stark. Im Schnitt verdienen Fußballerinnen der deutschen Frauen-Bundesliga jährlich 39.000 Euro, wohingegen die Männer, die in der dritten Liga spielen, rund dreimal so viel bekommen, also 120.000 Euro. Dennoch kann das in anderen Ländern auch ganz anders aussehen. Zum Beispiel sollte sich Deutschland eine Scheibe von Norwegen abschneiden, da dort Fußballer und Fußballerinnen komplett gleich bezahlt werden. Vielleicht wird sich das auch in Deutschland in der Zukunft ändern, was aber heutzutage irgendwie noch relativ unvorstellbar ist.

Was ist mit Schulsport?!

Mir ist bewusst, dass es anatomische Unterschiede zwischen den Geschlechtern, dennoch ist nicht immer klar, warum so große Unterschiede in der Bewertung beziehungsweise allgemein der Durchführung spezieller Sportarten bestehen. Auf der einen Seite müssen Mädchen im Unterricht viel mehr Sportarten betreiben. Übertriebener Weise kommt es manchmal so rüber, dass  Mädchen Rhythmische Sportgymnastik, Tanzen, Judo, später zum Teil auch Stepaerobic durchführen und Jungs diese ganzen Sportarten nicht machen und gefühlt nur die ganze Zeit Fußball spielen.Auf der anderen Seite finden auch manche, dass Jungs zu streng bewertet werden und von ihnen ZU viel erwartet wird…

Die Geschlechtertrennung hat den Nachteil, dass Jungs und Mädchen nicht von einander gegenseitig lernen können, nicht gleichberechtigt sind, jedoch ist es um einiges gerechter. Denn Gleichberechtigung beziehungsweise Gleichheit bedeutet nicht unbedingt Gerechtigkeit. Um dies verdeutlichen, habe ich eine Grafik gefunden, die meiner Meinung nach sehr passend ist.

Deswegen ist vielleicht manchmal das, was man für richtig empfindet in Wirklichkeit gar nicht das Richtige.

Fazit?

Bei dem Recherchieren für diesen Artikel ist mir aufgefallen, dass im Sport vielleicht generell gar keine Gleichberechtigung und Gerechtigkeit herrschen kann. Wie soll das überhaupt funktionieren? Ich weiß nicht, wie es in der Zukunft sein wird, aber zumindest heute sind wir noch ziemlich weit von diesem großen Ziel entfernt und ich stelle mir die Umsetzung ziemlich schwierig vor. Auch wenn das alles womöglich ganz schön negativ klingen mag, lasst euch nicht davon abbringen, euren Sport durchzuführen, aber so fair, wie es nur geht. Sport frei!

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