Kiwis über Kiwis 07 – Abflug

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Alles gebucht, gepackt und vorbereitet. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eines: der endgültige Abschied. Die vier Wochen zwischen Abiball und Abflug waren eine emotionale Zeit, in der sich meine Gefühlslage oft änderte. Während den letzten Besorgungen, einer Abschiedsparty und zwei Wochen Familienurlaub in Frankreich wechselte sie zwischen dem Gefühl des Stolzes auf so viele tolle Menschen in meinem Leben, der Trauer über das Ende der Schulzeit (ja, das gibt es) und der Vorfreude auf das, was vor mir lag.

Nachdem ich das Gepäck aufgegeben und mich von meinen Eltern verabschiedet hatte, konnte es losgehen. Der Frankfurter Flughafen ist nicht gerade klein und so dauerte es einen Moment, bis ich mich zurechtfand. Mithilfe der zahlreichen Schilder kein Problem, hilfsbereites Personal steht an gefühlt jeder Ecke. Ich blieb nicht lange allein und unterhielt mich mit zwei Freundinnen, die als Backpacker auf dem Weg nach Australien waren. Eine von beiden schon das zweite Mal, wodurch sie mir ein paar Tipps und die Gewissheit geben konnte, dass ich mir um nicht Sorgen machen muss. Es wird sich alles irgendwie ergeben, mit der richtigen Einstellung kann so gut wie nichts schief gehen. Dies war bis zuletzt mein Leitsatz und er hat sich bewährt.

Nach einem viel zu langen Flughafenaufenthalt in Hongkong startete endlich mein Flieger nach Auckland und die Vorfreude wuchs. Im Flugzeug saß ich neben einem Neuseeländischen Ehepaar, das seinen Hochzeitstag in Italien gefeiert hatte. Bis auf ein wenig Smalltalk sprachen wir kaum miteinander, weshalb ich umso überraschter war, als die Frau mir kurz vor dem Ausstieg eine Visitenkarte überreichte. „Wir besitzen ein Restaurant in Hamilton, komm vorbei, wenn du in der Nähe bist und du erhältst ein kostenloses Gericht“, sagte sie auf Englisch und ließ mich vollkommen perplex im Gang stehen. Berichte über die Freundlichkeit der Neuseeländer:innen kannte ich, doch damit hatte ich in diesem Moment nicht gerechnet. Besser hätte meine Zeit in Neuseeland nicht starten können.

Die Sicherheitskontrolle vor der Einreise nach Neuseeland bereitete mir Bauchschmerzen. Jeder muss am Flughafen eine „Arrival Card“ ausfüllen und wer falsche Angaben macht und erwischt wird zahlt 400NZD (ca. 220€). Die Neuseeländer:innen sind sehr auf den Schutz ihrer einzigartigen Natur und Artenvielfalt bedacht, weshalb ungeprüftes biologisches Material, zum Beispiel Samen oder Insekten in Früchten, eine große Gefahr darstellt. Zur Sicherheit fragte ich noch einmal am Schalter nach und erhielt so unbeabsichtigt den begehrten Einreisestempel, welchen ich bei der elektronischen Passkontrolle nicht bekommen hätte.

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